Ostern – die Zeit der Trennungen?

Liegt das an mir?
Da macht man sich einmal auf den weiten Weg ins Revier (jaja, meine Kenntnisse der deutschen Geografie sind trotz rumfahren immer noch nicht viel besser), und alles was einem da entgegenschlägt sind Trennungen.
Das ist, auf den ersten Blick komisch, da überall wo ich war dominierten HeileWeltPärchen das Stadtbild, Kinderwagenrallyes mit Hund und fröhliche Gesichter mit Eis.

Aber da scheint es kräftig zu brodeln in der Republik. Mit der Konjunktur gehen auch die Beziehungen den Bach runter. Den Highscore mit Trennungserzählungen einer Person muss man erst mal überbieten: 7. In der Summe wurden mir an diesem sonnigen Osterwochenende von 3+7+2+2 Trennungen erzählt. Lediglich 2 neue Liebschaften kämpfen den Negativsaldo etwas hoch.

Aus Solidarität trenne ich mich auch mal: von meinem Vorurteil das ganz Süddeutschland irgendwie uncool ist.

Das stimmt so nicht.
Auch wenn Aldi und Nord- bzw. Südzucker die Welt ähnlich einteilen wie ich: Da muss man trennen zwischen Süd-Süddeutschland (Bayern, BaWü, etc.) und Nord-Süddeutschland (der Rest südlich von Hannover, so NRW, Hessen …).

Nord-Süd ist zumindest in meiner Gunst etwas gestiegen, trotz des seit Jahren schlimmsten Heuschnupfenanfalls. (Mitten auf der Kö shoppenden Omas [aus Versehen!] auf die Halstücher aus dem TV-Shop zu niesen hat rückblickend seinen Charme. Zu solch erschrockenen Sprüngen kann sie kaum ein Zivi animieren, auch wenn das anschließende Kopfschütteln ein einträgliches Geschäft für Chiropraktiker sichert).

Nun ja, ich differenziere also ab jetzt mein Süddeutschlandbild, denn zumindest das was ich gesehen habe (Wuppertal, die Metropole Schwelm! und zuletzt D-Dorf (kürzen andere Städte ihren Namen auch so konsequent aus Verkehrsschildern?) und natürlich all die Orte, in die mich der Zufall, mein Hang zur WegweiserIgnoranz und das zwangsläufig folgende sich-verfahren-haben getrieben hat).

Ist ja alles doch nicht so übel wie erwartet – oder wie Gütersloh.

Erstaunlich finde ich aber die Reaktionen auf meine reumütige Revision meines Vorurteils. Niesend an der Rheinpromenade stehend verteilte ich meine Botschaft vom Kampf mit meiner Voreingenommenheit, animiert durch funkelndes Rheinwasser.

Die regsten Rückmeldungen kamen von hessischstämmigen. An einem solch schönen Tag solle man nicht kämpfen. Aber ich als Pseudo-Klippenpisser solle doch die Grenz-Hessen nicht zu Weißwurstwerfern erklären.
Na gut, dann halt Handkäsweitwurf, wobei mir bei dem Gedanken ein kalter Ebbelwoi-Schauer den Rücken runterläuft. Denn eigentlich ist das ja Harzer Käse, und der kommt ja von norddeutschen Almen …

Ok, es klappt ja nicht jede Trennung sauber – da muss ich mir wohl etwas Freiraum schaffen, zum nachdenken. Darum also bald wieder mit Sack und Pack weg aus dem Süden.
Von Gütersloh nach Berlin.
Link: http://www.nordzucker.de/ueber_uns/standorte/
Film: /film/wuppertal1.html
Galerie [alt]: /galerie/2003-04-18_1

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